FDM / FFF — Filament
Ein Kunststofffaden wird geschmolzen und Schicht für Schicht abgelegt. Günstig, robust, riesige Materialauswahl — dafür sieht man die Schichten. Das mit Abstand gebräuchlichste Verfahren und die Grundlage für alles Weitere hier.
/ Additive Fertigung
Ein Bauteil in wenigen Stunden statt in Wochen — vorausgesetzt, das Material passt zur Aufgabe. Genau daran scheitern die meisten Drucke: nicht am Drucker, sondern an der Frage, was das Teil später aushalten muss. Hier steht, welches Filament wofür taugt.
Zum Vergleich
/ Grundlagen
Drei Verfahren decken praktisch alles ab, was im Hobby- und Kleinserienbereich vorkommt. Sie unterscheiden sich weniger im Ergebnis als im Aufwand drumherum.
Ein Kunststofffaden wird geschmolzen und Schicht für Schicht abgelegt. Günstig, robust, riesige Materialauswahl — dafür sieht man die Schichten. Das mit Abstand gebräuchlichste Verfahren und die Grundlage für alles Weitere hier.
Flüssiges Harz wird per Licht ausgehärtet. Sehr feine Details und glatte Oberflächen — ideal für Modelle und Kleinteile. Dafür Nachbearbeitung mit Alkohol und UV-Härtung, Handschuhe und Belüftung sind Pflicht.
Kunststoffpulver wird punktuell verschmolzen. Braucht keine Stützstrukturen, erlaubt also nahezu beliebige Geometrien. Industrielle Technik — kommt meist über einen Dienstleister ins Projekt.
/ Materialien
Die Balken zeigen, wie die Materialien zueinander stehen — nicht absolute Messwerte. Die Zahlen darunter sind typische Bereiche für handelsübliche Filamente.
Polylactid — der Einsteiger
Druckt praktisch von selbst, verzieht sich kaum und kommt in jeder Farbe. Steif und fest — aber spröde und schon bei Sommerhitze im Auto weich.
Gut für: Prototypen, Vorrichtungen, Deko, alles im Innenraum ohne Wärme und ohne Schlagbelastung.
Der Allrounder
Fast so einfach wie PLA, aber deutlich zäher und wärmefester. Für die meisten funktionalen Teile die vernünftigste Wahl — neigt allerdings zu Fäden.
Gut für: Halterungen, Gehäuse, Teile mit Belastung, Wasserkontakt und gemäßigten Außeneinsatz.
Das Außenmaterial
Hält Sonne, Regen und Hitze aus, ohne zu vergilben oder zu verspröden. Der Preis dafür: Es verzieht sich gern und will ein geschlossenes Gehäuse.
Gut für: Außenteile, Halterungen am Fahrzeug, Gehäuse in der Sonne, Technik im Warmen.
Carbonverstärkt — PETG-CF, PA-CF & Co.
Kurze Carbonfasern im Grundmaterial. Das Teil wird spürbar steifer und maßhaltiger, bekommt eine matte Oberfläche — verzeiht dafür weniger.
Gut für: Teile, die sich nicht verbiegen dürfen — Rahmen, Arme, Vorrichtungen, Drohnen- und Roboterteile.
Ein verbreiteter Irrtum: Carbonfasern machen ein Teil steifer, nicht automatisch fester. Die Bruchfestigkeit bleibt oft gleich oder sinkt sogar, weil die Schichten schlechter aneinander haften. Wo es auf Zähigkeit ankommt, ist reines PETG häufig die bessere Wahl.
/ Direktvergleich
| PLA | PETG | ASA | CF-verstärkt | |
|---|---|---|---|---|
| Zugfestigkeit | 50–60 MPa | 45–55 MPa | 40–50 MPa | ähnlich der Basis |
| Steifigkeit | hoch | mittel | mittel | sehr hoch |
| Schlagzähigkeit | gering, bricht spröde | gut, gibt eher nach | gut | geringer als die Basis |
| Formstabil bis | ca. 50 °C | ca. 70 °C | ca. 90 °C | je nach Basismaterial |
| Witterung & UV | versprödet, vergilbt | ordentlich | sehr gut | je nach Basismaterial |
| Düsentemperatur | 190–220 °C | 230–250 °C | 240–265 °C | Basis + ca. 10 °C |
| Betttemperatur | 50–60 °C | 70–85 °C | 90–110 °C | wie Basis |
| Verzug (Warping) | sehr gering | gering | hoch | geringer als die Basis |
| Gehäuse | nicht nötig | hilfreich | nötig | je nach Basis |
| Filament trocknen | selten nötig | ja | ja | unbedingt |
| Besonderheit | Riecht kaum, sehr gutmütig | Neigt zu Fäden | Ausdünstungen — lüften | Abrasiv — gehärtete Düse |
Zahlen mit Vorsicht lesen: Herstellerangaben stammen aus Normprüfkörpern. Ein gedrucktes Teil erreicht diese Werte nur längs der Schichten — quer dazu liegt die Festigkeit deutlich darunter. Wandstärke, Füllgrad und vor allem die Druckrichtung entscheiden am Ende mehr als das Datenblatt.
/ Entscheidungshilfe
Keine Wärme, keine Last, soll gut aussehen: PLA. Schnell gedruckt, günstig und in jeder Farbe zu haben.
Halterung, Gehäuse, Teil mit Zugbelastung: PETG. Gibt eher nach als zu brechen und verträgt auch Feuchtigkeit.
Sonne, Regen, Auto, Dach: ASA. Das einzige der vier, das UV-Strahlung dauerhaft wegsteckt, ohne zu verspröden.
Rahmen, Arm, Vorrichtung, Maßhaltigkeit: CF-verstärkt. Braucht eine gehärtete Düse und trockenes Filament.
/ Aus der Praxis
Nach ein paar hundert Stunden Druckzeit wiederholen sich die Ursachen. Fast nie ist es der Drucker — meistens ist es eine dieser vier Kleinigkeiten.
/ Galerie
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Ersatzteil, Halterung, Gehäuse oder Prototyp — sagen Sie mir, was es aushalten muss, den Rest klären wir gemeinsam.